
Die Zufriedenheit mit dem städtischen Busverkehr in Wiesbaden hat sich nach einer repräsentativen Passantenbefragung verbessert. In der jüngsten Erhebung erhielten ESWE Verkehr im Jahresdurchschnitt die Note 2,69 und damit eine bessere Bewertung als im Vorjahr. Der Pkw wurde von den Teilnehmenden weniger gut bewertet und erreichte die Note 3,31.
Erhebung und Methodik
Die Untersuchung wurde unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich WBS der Hochschule RheinMain durchgeführt. Im vergangenen Jahr befragte ein studentisches Team an vier Befragungswellen an zehn Standorten im Wiesbadener Stadtgebiet insgesamt 1.512 Passantinnen und Passanten. Teilnehmende kamen aus unterschiedlichen Gruppen, darunter regelmäßige und gelegentliche Fahrgäste sowie überwiegend mit dem Auto Fahrende. Die Befragten bewerteten verschiedene Aspekte des Nahverkehrs mit Schulnoten von eins bis sechs.
Zentrale Ergebnisse der Befragung
Insgesamt verbesserten sich 15 von 16 abgefragten Merkmalen gegenüber dem Vorjahr. Besondere Fortschritte zeigten sich laut Studie bei der Umweltleistung, bei Kontrollen, bei der Information über mögliche Verspätungen sowie bei der Atmosphäre in den Bussen. Auch Erreichbarkeit der Ziele sowie Fahrzeit und Schnelligkeit wurden besser bewertet. Die Forscher führen diese Entwicklungen unter anderem auf kontinuierliche Angebots- und Serviceverbesserungen zurück.
Die Befragung stellt darüber hinaus einen Vergleich zwischen Busverkehr und Pkw an. Prof. Dr. Bernhard Heidel betont, dass die wichtigste Erkenntnis darin bestehe, dass die Befragten wahrgenommen hätten, dass sich vieles bei ESWE Verkehr zum Positiven verändert habe. Dies zeige sich sowohl in den Antworten auf offene Fragen nach den sogenannten Likes und Dislikes als auch in den geschlossenen Bewertungsfragen.
Reaktionen von ESWE Verkehr und Ausblick
Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, wertet die Ergebnisse als Bestätigung der Bemühungen um Angebot und Service. Sie sagte, die Maßnahmen zahlten sich aus und das Vertrauen in ESWE Verkehr sei gestiegen. Gleichzeitig betonte sie, dass es weiterhin Punkte gebe, an denen das Unternehmen arbeiten wolle.
Andreas Kowol, Aufsichtsratsvorsitzender von ESWE Verkehr, verwies auf die geplante Liniennetzreform. Er erklärte, durch direktere Verbindungen und zusätzliche Erschließungen solle das Busfahren in Wiesbaden effizienter und attraktiver werden. Kowol hob außerdem den Vergleich zum Schienenverkehr hervor und verwies auf dortige Ausfälle, die er auf Unterfinanzierung zurückführt.
Die Studie nennt Pünktlichkeit und die Atmosphäre in den Bussen weiterhin als Bereiche mit Steigerungspotenzial. Die Kundenzufriedenheitsmessung wird seit 2006 regelmäßig durchgeführt. Laut den Angaben stiegen in den vergangenen Jahren zudem die Fahrgastzahlen im Wiesbadener Linienverkehr auf knapp 59 Millionen. Eine neue Welle der Untersuchung wurde bereits gestartet.
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